Sicherheitsrisiko Schnittstelle: Cargoclix Digitalization Monitor zeigt Lücken bei Digitalisierung und Datenschutz in der Logistik

Bei vielen Logistikunternehmen spielen durchgängig automatisierte Prozesse noch eine untergeordnete Rolle (Foto: unsplash/João Pessoa).
- Obwohl die Branche die Notwendigkeit digitaler Prozesse erkennt, stockt der Fortschritt weiterhin: 56,8 Prozent der Logistikunternehmen bewerten ihren Digitalisierungsgrad als bestenfalls durchschnittlich. Das zeigt die zweite Befragung des Cargoclix Digitalization Monitor.
- Aktuelle Erhebung verdeutlicht Schnittstellen-Probleme und neue Risiken: Unzureichende Anbindungen zu Partnern bremsen den Alltag, während IT-Sicherheit und Datenschutz erst langsam in den Fokus rücken.
Freiburg i.Br., 18. August 2026. Die Digitalisierung in der Logistikbranche verharrt weitgehend im Mittelfeld und kämpft mit strukturellen Hürden an den Schnittstellen zu externen Partnern. Das ist das zentrale Ergebnis der zweiten Erhebung des Cargoclix Digitalization Monitor, die im Juli 2026 unter Logistikverantwortlichen durchgeführt wurde.
Nach der Erstbefragung im Frühjahr 2026 zeichnet die neue Umfrage ein ernüchterndes Bild: Trotz hoher Investitionsabsichten bremsen Schnittstellenprobleme, komplexe Alt-Systeme und fehlende Personalressourcen den Fortschritt. Der aktuelle Schwerpunkt der Befragung offenbart zudem deutliche Nachholbedarfe bei IT-Sicherheit und Datenschutz in digitalen Logistiknetzwerken.
Digitalisierungsgrad stagniert auf mittlerem Niveau
Ebenso wie bei der ersten Befragung im Februar bewertet die Mehrheit der Unternehmen ihren eigenen Digitalisierungsgrad als bestenfalls durchschnittlich. 56,8 Prozent der Befragten stufen ihren Status auf einer Skala von 1 bis 5 im mittleren Bereich (Note 3) ein (Februar: 58,2 Prozent). Einen hohen oder sehr hohen Digitalisierungsgrad bescheinigen sich aktuell lediglich rund 21,6 Prozent der Betriebe. Das entspricht einem leichten Rückgang gegenüber den 25,5 Prozent aus der ersten Umfrage.
„Wir beobachten ein anhaltendes Verharren auf mittlerem Niveau“, ordnet Professor Victor Meier, beratender Gesellschafter bei Cargoclix, die Zahlen ein. „Viele Logistikunternehmen haben zwar Insel-Lösungen digitalisiert, schaffen aber nicht den Durchbruch zu einer durchgängigen, automatisierten Prozesskette. Die Transformation kommt schlichtweg nicht in der Breite an“, beschreibt er die aktuelle Situation.
Besonders deutliche digitale Lücken zeigen sich nach wie vor in operativen Bereichen wie der Transportplanung und Disposition sowie bei den Lagerprozessen. Während Abrechnung und kaufmännische Prozesse vergleichsweise gut digitalisiert sind, arbeiten bei der Transportplanung weiterhin viele Unternehmen mit unzureichenden oder manuellen Werkzeugen.
Hauptbremsen für den Fortschritt: Schnittstellen und digitale Unreife der Partner
Bei den Hindernissen hat sich im Vergleich zum Frühjahr eine prägnante Verschiebung ergeben. Während im Februar noch der interne Personalmangel (58,2 Prozent) als stärkster Bremsklotz genannt wurde, steht nun die geringe digitale Reife der Partner (Spediteure, Lieferanten) mit 51,4 Prozent an der Spitze der Herausforderungen.
Dicht dahinter folgen weiterhin fehlende interne Ressourcen (45,9 Prozent), fehlende Standards und Schnittstellen (43,2 Prozent) sowie komplexe Alt-Systeme (35,1 Prozent).
„Logistik ist ein kollaboratives Geschäft. Eine digitale Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied“, betont Meier. „Wenn Spediteure oder Zulieferer Daten nicht digital und standardisiert übermitteln können, entstehen beim Verladenden massive Medienbrüche. Das erzeugt Verzögerungen und zwingt die Betriebe zu manuellen Nacharbeiten. Die fehlende Interoperabilität ist derzeit eine wesentliche Bremse für die weitere Digitalisierung.“, macht er deutlich.
Diese Beeinträchtigung spüren die Betriebe im Arbeitsalltag deutlich: Über 75 Prozent der Unternehmen gaben an, dass analoge oder nicht integrierte Prozesse ihren täglichen Betrieb mittelstark bis deutlich beeinträchtigen.
Papieranteil sinkt leicht, der Weg zum papierlosen Büro bleibt lang
Immerhin zeigt sich beim papierlosen Arbeiten eine leichte positive Tendenz. Lag der Anteil papierloser Prozesse im Februar bei fast der Hälfte der Betriebe unter 40 Prozent, berichten in der aktuellen Umfrage 40,5 Prozent der Befragten von einem papierlosen Anteil zwischen 41 und 60 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die nahezu vollständig papierlos (81–100 %) arbeiten, bleibt jedoch mit 8,1 Prozent gering.
Dass die Prioritäten klar verteilt sind, zeigt die Zukunftsentscheidung der Unternehmen: Bei der Frage nach dem wichtigsten Thema für die kommenden Monate rangieren Prozessautomatisierung (32,4 Prozent) und Systemmodernisierung (24,3 Prozent) unangefochten an der Spitze. Themen wie KI-gestützte Prozesse (2,7 Prozent) oder Nachhaltigkeit/CO₂-Reporting (5,4 Prozent) werden demgegenüber pragmatisch hintenangestellt.
Schwerpunktthema IT-Sicherheit: Risikofaktor Datenaustausch
Erstmals beleuchtete der Cargoclix Digitalization Monitor im Juli das Thema IT-Sicherheit und Datenschutz in digitalen Logistikprozessen. Zwar gaben knapp 30 Prozent der Betriebe an, dass Datenschutz und IT-Sicherheit eine Hürde im Digitalisierungsprozess darstellen, die konkreten Schutzmaßnahmen zeigen jedoch Lücken, vor allem an den Außengrenzen des eigenen Unternehmens.
Zwar setzen die meisten Unternehmen auf klassische interne Maßnahmen wie Zugriffsrechte und Rollenkonzepte sowie Datenverschlüsselung. Doch bei der Absicherung der Partnerschnittstellen und der Sensibilisierung der Mitarbeiter besteht Nachholbedarf: Regelmäßige Penetrationstests, Sicherheitsaudits oder verbindliche vertragliche Datenschutzvereinbarungen mit externen Partnern werden bisher nicht von der Mehrheit konsequent umgesetzt.
„Mit der fortschreitenden Vernetzung der Lieferketten steigt die Angriffsfläche für Cyberattacken und Datenpannen deutlich“, warnt Victor Meier. „Es greift zu kurz, nur die eigene IT-Infrastruktur abzuschirmen. Unternehmen müssen Schnittstellen zu externen Partnern ebenso wie den Datenschutz in der kollaborativen Logistik als Priorität begreifen. Wer digitale Vernetzung fordert, muss IT-Sicherheit vom ersten Tag an end-to-end mitdenken“, warnt er.
Optimistischer Ausblick trotz verhaltenem Investment
Trotz der vielschichtigen Hürden blickt die Branche verhalten optimistisch nach vorne. Rund 70,2 Prozent der Befragten erwarten, dass die Digitalisierung der Logistikbranche in den kommenden 12 Monaten leicht oder stark steigen wird. Die eigene Investitionsbereitschaft bleibt solide: Mehr als ein Drittel der Unternehmen plant in den nächsten 12 Monaten hohe oder sehr hohe Investitionen in digitale Logistiklösungen.
„Der Handlungsdruck ist enorm. Die Unternehmen wissen, dass sie investieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, resümiert Prof. Victor Meier. „Der Fokus muss jetzt darauf liegen, Schnittstellen zu standardisieren, die Partner digital mitzunehmen und die Sicherheit dieser Datenströme zu garantieren.“
Über den Cargoclix Digitalization Monitor
Der Cargoclix Digitalization Monitor ist eine regelmäßige Online-Befragung von Cargoclix unter Logistikentscheidern aus Industrie, Handel und Dienstleistung. An der zweiten Erhebung im Juli 2026 nahmen 37 Unternehmen unterschiedlicher Größenklassen und Branchen teil. Die Ergebnisse bieten ein authentisches Stimmungsbild zu aktuellen Trends, Hürden und Prioritäten der Digitalisierung in der Logistik und erheben keinen Anspruch auf Repräsentativität.

Warnt vor den Folgen von Medienbrüchen: Victor Meier, beratender Gesellschafter bei Cargoclix. (Fotos: Cargoclix)
Über Cargoclix
Cargoclix ist ein führender Anbieter digitaler Lösungen für Transport- und Logistikprozesse. Seit 1998 unterstützt das Unternehmen Industrie, Handel und Logistikdienstleister dabei, ihre Prozesse einfach, effizient und durchgängig zu digitalisieren – vom strategischen Frachteinkauf und Transportmanagement über die Anlieferplanung bis zur Steuerung von Fahrzeugen, Fahrern und Abläufen auf dem Werksgelände.
Heute nutzen mehr als 200.000 Anwender die Lösungen von Cargoclix an über 3.000 Standorten weltweit. Alle Produkte stehen als Software as a Service (SaaS) in der Cloud zur Verfügung. Durch ihren modularen Aufbau können Unternehmen mit einzelnen Prozessen starten und die Digitalisierung ihrer Logistik schrittweise erweitern.
Zu den Lösungen von Cargoclix zählen:
- Cargoclix SLOT: Eine modular anpassbare Software zur Optimierung der Abläufe an der Rampe. SLOT zählt zu den am weitesten verbreiteten Lösungen im Bereich Zeitfenstermanagement und ermöglicht eine effiziente Planung und Steuerung von Anlieferungen und Abholungen.
- Cargoclix YARD: Eine digitale Lösung zur Steuerung und Optimierung von Fahrzeugbewegungen und Prozessen auf dem Werks- und Betriebsgelände. YARD schafft Transparenz über Fahrzeuge, Standorte und Statusinformationen und ermöglicht eine effiziente Koordination der Abläufe vom Check-in bis zur Abfahrt.
- Cargoclix SAFE CHECK-IN (SCI): Eine digitale Lösung für die direkte Kommunikation zwischen Lkw-Fahrern und Logistikstandorten. SCI unterstützt den Check-in und die weitere Fahrerkommunikation und trägt dazu bei, Abläufe zu beschleunigen, Wartezeiten zu reduzieren und Sprachbarrieren zu überwinden.
- Cargoclix WORKFLOW MANAGEMENT (WFM): Eine modulare Lösung zur Digitalisierung und Automatisierung individueller Arbeitsabläufe in der Hof- und Transportlogistik. WFM unterstützt unter anderem digitale Checklisten, Dokumentationsprozesse, Sicherheitskontrollen und das Besuchermanagement.
- Cargoclix TENDER: Eine Plattform für die digitale Ausschreibung von Transport- und Logistikleistungen. Mit mehr als 28.000 registrierten Unternehmen aus Industrie, Handel und Logistik gehört TENDER zu den führenden internationalen Ausschreibungsplattformen für Transport- und Logistikleistungen.
- Cargoclix AI CORE: Eine produktübergreifende KI-Lösung, die intelligente Funktionen in die Cargoclix-Anwendungen integriert. AI CORE analysiert Daten, erkennt Zusammenhänge und unterstützt Anwender dabei, Prozesse effizienter zu steuern, Entscheidungen schneller zu treffen und Abläufe weiter zu automatisieren.
Cargoclix ist eine Marke der Dr. Meier & Schmidt GmbH. Das Unternehmen wurde 1998 gegründet und hat seinen Sitz in Freiburg im Breisgau.
Weitere Informationen finden Sie unter www.cargoclix.com.


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